„Made in Germany“: Substanz oder Storytelling?
Der Marketing-Club Hannover war bei uns im Rechenzentrum DE01 zu Gast — für einen Reality-Check am physischen Ort digitaler Infrastruktur. Zwischen Racks, Kühlung und viel grünem Licht wurde die Cloud für einen Abend sehr konkret.
Am 18. März 2026 war der Marketing-Club Hannover bei uns zu Gast — nicht in einer Eventlocation, sondern im Rechenzentrum DE01 in Hannover. Auf dem Programm standen kurze Führungen, ein Impuls und eine Diskussion mit Perspektiven aus Marketing, Agentur, IT und Recht.
Der Titel des Abends war eine Frage: „Made in Germany" — strategischer Vorteil oder Narrativ?
Die Cloud hat eine Adresse
„Digitale Infrastruktur" klingt meistens steril. Abstrakt. Nach Servern, die irgendwo im Nirgendwo stehen. Das liegt auch daran, dass wir selten die Türen öffnen — eher im Gegenteil.
An diesem Abend war es anders. Zwischen Racks, Kühlung und viel grünem Licht wurde „die Cloud" für die Marketerinnen und Marketer sehr real. Und genau darum ging es: Die Cloud ist kein flüchtiger Ort. Sie hat eine Adresse. Und dieser Standort entscheidet am Ende über Kontrolle, Sicherheit und Handlungsfähigkeit.
Warum das Etikett oft nicht trägt
Der Impuls hatte eine unbequeme These: „Made in Germany" ist bei Cloud und KI derzeit oft mehr Storytelling als Substanz.
Nicht, weil es hierzulande nicht ginge. Sondern weil viele Organisationen die Hausaufgaben bei den Grundlagen noch nicht gemacht haben. Ein deutsches Rechenzentrum im Impressum ersetzt keine Antwort auf die Fragen, die darunter liegen.
Drei Fragen, die für Gesprächsstoff sorgten
Diese drei Fragen haben den Abend getragen — und bleiben in vielen Häusern unbeantwortet:
- Welche Daten sind bei euch wirklich kritisch? Hand aufs Herz: Wisst ihr es?
- Wo liegen die physisch und logisch genau? Nicht ungefähr, sondern genau.
- Was passiert, wenn euer zentraler Anbieter morgen den Stecker zieht oder die Bedingungen ändert?
Dazu kamen die Fragen, die der Marketing-Club mitgebracht hatte: Muss Marketing heute Infrastrukturkompetenz entwickeln? Wird digitale Souveränität zum Ausschreibungskriterium? Und ist es fahrlässig, geopolitische Risiken kommunikativ auszublenden?
Das Fazit
Digitale Souveränität bedeutet nicht, dass man alles allein machen muss. Und auch nicht, dass US-Anbieter tabu wären. Es geht um bewusste Abhängigkeiten statt blindem Vertrauen.
Oder kürzer: Es geht nicht um „raus aus der Cloud", sondern raus aus der Blindheit.
Die Diskussion war offen, ehrlich und interessiert — zwischen Marketing, IT, Recht und Praxis. Danke an den Marketing-Club Hannover e. V., an Präsidentin Mareike Hattendorf und den geschäftsführenden Vorstand Sebastian Tammen für das Vertrauen und die starke Runde.
Die vier Fragen, mit denen sich ein Anbieter prüfen lässt, stehen in Souverän ist, was prüfbar ist. Was hinter der Adresse steckt, in Hochverfügbarkeit fängt im Erdreich an.
Ihr wollt auch einmal hinter die Tür sehen? Rechenzentrumsbesichtigungen machen wir nach Rücksprache gern — auch für Gruppen. Sprich uns an.