Die IT-Sicherheitslage in Deutschland bleibt auch im Jahr 2024 angespannt. Ein aktueller Bericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hebt die zunehmenden Bedrohungen im Cyberraum hervor, zeigt jedoch auch Fortschritte in der Resilienz gegen Angriffe. Insbesondere mittelständische Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre IT-Sicherheitsstrategien zu überprüfen und zu optimieren, um in einer immer komplexeren digitalen Welt bestehen zu können.
Dezember 2024
Die IT-Sicherheitslage 2024: Große Herausforderungen für mittelständische Unternehmen
Professionalisierung der Angreifer
Ransomware bleibt eine der größten Bedrohungen der digitalen Welt. Laut dem BSI-Bericht haben sich „Ransomware-Gruppen weiter professionalisiert und bieten ihre Dienste zunehmend als Ransomware-as-a-Service (RaaS) an“. Diese Entwicklung senkt die Zugangshürden für potenzielle Angreifer und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen, darunter viele kleine und mittelständische Betriebe, ins Visier geraten.
Ein besorgniserregender Trend ist die gezielte Nutzung von Zero-Day-Schwachstellen durch diese Gruppen. Im Bericht wird beschrieben, wie Angreifer diese Schwachstellen ausnutzen, um Daten zu exfiltrieren oder Systeme zu verschlüsseln, ohne dass es möglich ist, vorab Sicherheitsupdates zu implementieren. „Die Zahl der gemeldeten Zero-Day-Schwachstellen ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen“, heißt es im Bericht.
Für mittelständische Unternehmen ist es entscheidend, proaktive Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, um Angriffsmethoden wie RaaS entgegenzuwirken. Hierzu gehören die Implementierung von Echtzeit-Überwachungstools und die Sensibilisierung der Mitarbeitenden im Umgang mit potenziellen Risiken.
Schwachstellenmanagement: Eine Daueraufgabe
Im Jahr 2023 wurden durchschnittlich 78 neue Schwachstellen pro Tag entdeckt. Besonders betroffen sind Perimetersysteme wie Firewalls und VPNs. Das BSI betont, dass „der Trend zu einfachen Angriffen auf Perimetersysteme sich verstärkt fortgesetzt hat“. Dies stellt eine Herausforderung dar, da diese Systeme oft die erste Verteidigungslinie darstellen.
Ein effektives Schwachstellenmanagement, das auf regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen und schnellen Patchzyklen basiert, ist entscheidend. Unternehmen sollten sicherstellen, dass Sicherheitsupdates zeitnah eingespielt werden, und zusätzliche Maßnahmen wie die Segmentierung von Netzwerken in Betracht ziehen, um das Risiko zu minimieren.
Gefährdungslage in der Cloud
Cloud-Dienste sind weiterhin ein zentrales Ziel für Cyberangriffe. Der Bericht hebt hervor, dass „im Berichtszeitraum mehrere erfolgreiche Ransomware-Angriffe auf Public-Cloud-Dienste“ durchgeführt wurden. Diese Angriffe führten nicht nur zu Beeinträchtigungen der Verfügbarkeit, sondern auch zu erheblichen Sicherheitsverletzungen, da es Angreifern gelang, Identitätsdiebstahl durchzuführen.
Ein besonders gravierender Vorfall betraf die Microsoft-Cloud-Infrastruktur, bei dem „Angreifer durch einen kompromittierten Signaturschlüssel Zugriff auf Consumer- und Enterprise-Accounts erhielten“. Solche Angriffe unterstreichen die Bedeutung von strikten Authentifizierungs- und Zugangsrichtlinien.
Mittelständische Unternehmen sollten auf hochautomatisierte Sicherheitsprotokolle setzen, die Sicherheitsupdates frühzeitig einspielen und erweitertes Monitoring ermöglichen. Zusätzlich ist es wichtig, Mitarbeitende zu schulen, um verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen und zu melden.
Regulierung als Chance: NIS-2 und Cyber Resilience Act
Neue gesetzliche Rahmenbedingungen wie die NIS-2-Richtlinie und der Cyber Resilience Act (CRA) setzen verbindliche Standards für IT-Sicherheit. Der CRA, der im Oktober 2024 in Kraft tritt, verlangt von Herstellern vernetzbarer Produkte, „Security by Design“ und „Security by Default“ umzusetzen. Unternehmen können von diesen Anforderungen profitieren, indem sie ihre IT-Sicherheitskonzepte an die neuen Standards anpassen und so ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Die Umsetzung dieser Richtlinien erfordert jedoch eine enge Zusammenarbeit zwischen Anbietern, Kunden und Aufsichtsbehörden. Es ist wichtig, diese Anforderungen frühzeitig zu verstehen und umzusetzen, um von den regulatorischen Vorgaben nicht überrascht zu werden.
Gemeinsam für eine sichere digitale Zukunft
Die Herausforderungen der IT-Sicherheitslandschaft sind weiterhin erheblich, doch sie bieten auch Chancen, die digitale Welt sicherer zu gestalten. Durch den Einsatz innovativer Technologien und starker Partnerschaften können mittelständische Unternehmen ihre Position im digitalen Raum stärken und ihre Resilienz gegenüber Cyberbedrohungen erhöhen.
Mit der neuen kyberio Secure Cloud sowie umfassenden Lösungen im Bereich Managed Security beraten und unterstützen wir Sie gerne dabei, Ihre Unternehmens-IT sicherer zu gestalten.
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